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Zuletzt aktualisiert: 15. August 2026

Alternative Familien in eurer Nähe findet ihr oft über mehrere kleine Wege gleichzeitig: Aushänge, Online-Netzwerke, passende Treffen und ganz normale Begegnungen im Alltag. Genau darum geht es in diesem Beitrag.

Wie findet ihr andere alternative Familien in eurer Nähe? Wo sind die Mamas und Papas im „real life“, mit denen ihr über Tragetücher oder kindergartenfrei / kitafrei oder Freilernen quatschen könnt? Wer gründet mit euch einen Gemeinschaftsgarten oder ein Mütterteam? Wenn euch diese oder ähnliche Fragen im Kopf herumgehen und ihr euch nach Vernetzung mit Gleichgesinnten sehnt, dann ist der folgende Artikel genau für euch geschrieben.

Ein „alternativer“ Freundeskreis gegen die Einsamkeit

Vorab: Natürlich gibt es nicht DIE typische alternative Familie. Und es ist klar, dass jede Familie für sich selbst einen stimmigen Weg finden muss und es dabei kein „richtig“ oder „falsch“ gibt. Daher ist es in jedem Fall ratsam, offen zu sein für andere Meinungen und Vorstellungen des Familienlebens. Und man kann auch durchaus gut mit anderen Eltern befreundet sein, die bestimmte Themen anders sehen, als man selbst.

Trotzdem weiß ich, wie frustrierend es ist, wenn man ständig das Gefühl hat, als einzige Mutter auf dem Spielplatz oder in der Gruppe alles anders zu sehen. Es strengt an, seinen Weg immer wieder rechtfertigen oder diskutieren zu müssen. Vielen Menschen fällt es schwer, alternative Wege zu verstehen oder auch einfach nur zu respektieren. So kann es sehr heilsam sein, andere Eltern kennenzulernen, die einen ähnlichen Lebensstil führen: bindungsorientiert, achtsam, umweltbewusst …

Eine Mama brachte es einmal mit ihren Worten in einer E-Mail an mich ganz gut auf den Punkt:

„Wenn ich mit anderen zusammen war, hatte ich oft das Gefühl, dass nur ich anders denke und fühle, und überlegte, ob ich mich vielleicht nicht so anstellen sollte, nicht so kritisch sein sollte, nicht alles hinterfragen usw. Ich habe sehr deutlich gespürt, dass ich eine Vernetzung brauche mit gleichgesinnten Menschen. Denn schlimmer als die Einsamkeit zu Hause, fand ich die Einsamkeit unter anderen Menschen.“

So geht es in der Tat vielen Müttern, die sich bei mir melden. Deshalb möchte ich euch heute einige Tipps mitgeben, wie es euch gelingen kann, ein tolles Netzwerk aufzubauen.

Meine 11 Tipps zur Vernetzung mit gleichgesinnten alternativen Familien

  1. Kleine Flyer / Zettel sind ein ganz klassischer Weg, um nach alternativen Familien zu suchen. Dort, wo ihr eure Zielgruppe vermutet – in Bioläden, Stillcafés, Freien Schulen, Waldorfkindergärten, aber auch beim Bäcker oder am schwarzen Brett in der Bibliothek – fallen sie vielleicht genau den richtigen Menschen auf. Je weniger professionell sie aussehen, desto mehr Aufsehen erregen sie. 🙂 Ich habe über diesen einfachen Weg zwei langjährige Freundinnen gefunden.
  2. Parallel gibt es die Möglichkeit, Anzeigen über Kleinanzeigenportale, Quoka, die Kleinanzeigen von Schrot&Korn oder das Mitteilungsblättchen eurer Stadt zu veröffentlichen.
Alternative Kursangebote und Treffen in eurer Stadt könnten zum Beispiel sein:
  1. Stillcafés/Stilltreffs: Häufig trifft man sich wöchentlich oder einmal im Monat in ungezwungener Runde. Manchmal gibt es Vorträge oder es werden mit anwesenden Stillberaterinnen oder Hebammen spezielle Themen besprochen.
  2. Tragetreffs: Trageberaterinnen in eurer Nähe wissen vielleicht, ob es solche Treffen gibt. Online finden sich ebenfalls Termine. Und falls es noch keinen Tragetreff gibt, kann aus einer eigenen Idee mit ein paar Flyern vielleicht einer entstehen.
  3. Offene Artgerecht-Treffen: Über die Coachsuche des Artgerecht-Projekts findet ihr Coaches in eurer Region; dort werden auch offene Treffen, Workshops, Elternkurse und weitere Veranstaltungen genannt. Außerdem gibt es Artgerecht-Familiencamps.
  4. Auch Pikler-Spielräume, Malorte nach Arno Stern, Freilernertreffen, Waldorf-Eltern-Kind-Kreise oder Eltern-Kind-Waldspielgruppen können gute Anlaufstellen sein, um andere alternative Familien kennenzulernen.
Familien bei einem Freilerner-Treffen – alternative Familien finden und vernetzen

Ein Freilerner-Treffen ist ein idealer Ort, um sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen

  1. Wenn ihr kindergartenfrei / kitafrei lebt, könnt ihr euch auf kindergartenfrei.org anmelden und Familien in eurer Region kontaktieren. Die Seite verweist außerdem auf regionale Facebookgruppen.
  2. Auch die Gemeinschaft „Mütter der neuen Zeit“ kann eine Anlaufstelle für Mamas sein, die sich in dieser Ausrichtung wiederfinden. Auf ihrer Website gibt es ein Netzwerk und Hinweise auf regionale Botschafterinnen.
  3. Manchmal beginnt ein neuer Kontakt ganz unspektakulär: mit Eltern, die euch im Bioladen, auf dem Flohmarkt, im Wald oder beim Tragen sympathisch erscheinen. Vielleicht freuen auch sie sich über neue Kontakte.
Auf meiner Website „Mütterimpulse – bewusst und natürlich leben“ biete ich selbst folgende Unterstützung bei der Vernetzung an:
  1. Auf der Vernetzungs-Landkarte könnt ihr schauen, ob dort schon Familien in eurer Nähe verzeichnet sind, und euch bei Interesse selbst eintragen.
  2. Vielleicht gibt es auch ein Vernetzungs-Picknick in eurer Nähe. Und wenn gerade keines stattfindet, kann aus einer eigenen Picknick-Idee ein neuer Treffpunkt entstehen.

Vernetzung beginnt mit dem ersten Schritt

Mir ist klar, dass es nicht jedem leicht fällt, fremde Menschen anzusprechen oder zu netzwerken und, dass durchaus auch Mut dazugehört.

Es kann zum Beispiel sein, dass ihr die obige Liste durchgeht und nach ausführlicher Recherche feststellt: In eurem Ort gibt es weder Familien auf den Online-Vernetzungskarten, noch Waldspielgruppen oder andere alternative Angebote.

Was wäre dann ein erster Schritt, der sich für euch gerade stimmig anfühlt? Ein Aushang im Bioladen? Ein Eintrag auf einer Landkarte? Ein Picknick im Park? Eine Einladung zu einer Waldspielgruppe?

Habt ihr euch denn schon selbst auf den Landkarten eintragen lassen? Könntet ihr vielleicht eine Waldspielgruppe ins Leben rufen oder einen Picknicktermin für eure Stadt festlegen und verbreiten?

Gemeinsames Spiel beim Worldschooling-Picknick in Prag – alternative Familien vernetzen

Das Eis brechen: gemeinsames Spiel beim Worldschooling-Picknick in Prag

Vielleicht hilft euch der Gedanke, dass es in eurer Umgebung noch fünf oder zehn andere Eltern geben könnte, die sich ebenfalls noch nicht recht trauen und nur darauf warten, dass jemand Initiative zeigt. Dann kann der erste Schritt für mehrere Familien auf einmal etwas leichter werden.

Gemeinsam können wir unsere Visionen umsetzen

Am Anfang kann eine einfache Idee für eine Waldspielgruppe oder einen Kindergartenfrei-Treff genügen. Wenn ihr sie verbreitet, finden sich vielleicht andere Interessierte, und die Sache lässt sich gemeinsam angehen. Dann fühlt sie sich oft schon leichter an.

Alles beginnt mit dem ersten Schritt. In meinem Kopf entstand irgendwann das anfangs ziemlich utopisch wirkende Bild einer Landkarte, auf der überall dort kleine Fähnchen eingezeichnet sind, wo alternative Mütter und Familien auf der Suche nach Vernetzung sind. „Das wär’s doch!“, dachte ich damals noch träumerisch schmunzelnd. Inzwischen ist diese Landkarte Realität – und wächst weiter.

Dank Internet sind die Möglichkeiten zur Vernetzung heutzutage fast unbegrenzt. Es braucht nur manchmal kreative Ideen, die richtigen Begriffe oder hilfreiche Links. Ich hoffe, dass ich euch davon in meinem Artikel ein paar mitgeben konnte und ihr jetzt Lust habt, euch ein tolles Netzwerk aus gleichgesinnten Familien aufzubauen.

Häufige Fragen zum Thema alternative Familien vernetzen

Wie finde ich alternative Familien oder gleichgesinnte Eltern in meiner Nähe?

Oft führen mehrere Wege zusammen: Aushänge in Bioläden und Waldorfkindergärten, Vernetzungsangebote im Internet, lokale Freilerner- und Tragetreffs oder ein Gespräch mit Eltern, die euch sympathisch sind.

Was sind alternative Familien?

Der Begriff ist ziemlich offen. In diesem Beitrag meine ich damit Familien, die manche Bereiche ihres Familienlebens bewusst anders gestalten – zum Beispiel bindungsorientiert, umweltbewusst, vegan oder vegetarisch, kindergartenfrei, freilernend oder mit anderen Schul- und Lernwegen. Entscheidend ist für diesen Beitrag die Suche nach Menschen, mit denen ihr wichtige Gedanken und Erfahrungen teilen könnt.

Gibt es Online-Communities für alternative Familien?

Ja. Kindergartenfrei.org vernetzt Familien und verweist auf regionale Gruppen. Auch die „Mütter der neuen Zeit“ bieten ein Netzwerk. Dazu kommen thematische Gruppen rund um Freilernen, Tragen, kindergartenfreies Leben oder bindungsorientierte Elternschaft.

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Ich wünsche euch dabei viel Erfolg!

Eure Sophie

CC BY-SA 4.0 Alternative Familien finden: 11 Wege zur Vernetzung von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.