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Aktualisiert am 13. August 2026

Unsere Kinder sind jetzt 6, 4 und 1,5 Jahre alt. Bis jetzt war ich ganz entzückt über ihre Entwicklung: Die Große kann schreiben, die Mittlere stickt Deckchen und der Kleine isst schon mit Messer und Gabel. Alles lernten sie ohne mein Zutun. Bei einem Vortrag über sowas wie Homeschooler schnappte ich mal auf, dass Kinder keine Förderung brauchen. Seitdem überließ ich sie mehr oder weniger sich selbst. Inzwischen sehe ich jedoch, dass meine drei Schützlinge gelangweilt wirken. Sie fragen mich ständig, was sie als Nächstes tun dürfen und meine Große will plötzlich in die Schule.
Unsere Pläne ändern sich
Heute haben wir uns endgültig gegen unser eigentliches Vorhaben entschieden. Diese Meldung an die Welt „da draußen“ herauszusenden, fällt mir nicht leicht. Seit langer Zeit planen wir, unseren Kindern ein Leben in Freiheit zu ermöglichen. Wir träumten vom Reisen in ferne Ländern und wollten dort vom Kindergeld leben.
Obwohl wir schon so viel geplant haben, stellt es sich für uns inzwischen als stimmiger heraus, hier zu bleiben.
Zur Einordnung: Dieser Beitrag ist ein Zeitdokument aus dem Frühjahr 2019. Einige Links führen zu Texten aus derselben Phase unserer Familiengeschichte.
Schulamt, Grundschule und Schulpflicht
In unserem Wohnort stehen zwei Grundschulen zur Auswahl. Zwar sind die Sekretärinnen äußerst schwatzhaft, denn trotz DSGVO plaudern die beiden seit Monaten an Dritte aus, dass wir Homeschooling machen wollen. Andererseits tun sie mir so leid, weil ihnen das Schulamt auf „das Dach steige“. Schließlich besteht die Schulpflicht seit dem preußischen Königreich von vor 300 Jahren!

Nicht vergessen: Noten spiegeln die Lehrfähigkeit des Schulpersonals wieder.
Nun muss ich ein erneutes Gespräch mit dem Schulamt führen. Die Dame hatte mir zugesichert, dass unser Vorhaben mit Abmeldung aus Deutschland keine Konsequenzen nach sich zieht. Wir brauchten weder an einer Schuleingangsuntersuchung teilnehmen noch die Anmeldung an einer Grundschule einreichen. Nun muss ich dieses Gespräch rückgängig machen. Es ist mir unangenehm. Vielleicht redet mir die nette Dame ins Gewissen, dass ein Schulbesuch immerhin für Sozialisation und eine gute Bildung sorgt. Hoffentlich versichert sie mir, dass alle Lehrer über ausreichend psychologische sowie pädagogische Kenntnisse verfügen.
Schule und Leistungsgesellschaft
Zugegeben: Wir leben nun mal in einer Leistungsgesellschaft. Deshalb schadet es nicht, Kinder bereits in der Schule darauf vorzubereiten. Und reisen können wir ja auch später noch.

Das wird für unsere Kinder eine ganz schöne Umstellung.

Endlich werden unsere unerzogenen Kinder lernen, sich zu benehmen!
Dann eben Kindergarten und Krippe
Unsere Große freut sich jetzt jedenfalls schon so sehr auf die Schule, dass die Mittlere um einen Kindergartenplatz bettelt. Mein alter Arbeitgeber kann mir sicher eine Stelle als Krippenerzieherin arrangieren. Wäre auch praktisch für den Kleinen.
Ich bin gespannt, wie das Leben in geordneten Bahnen so wird.

Bald bekommen unsere veganen Kinder einen ganz objektiven Blick auf Tiere.
In einem Jahr berichte ich dann, wie meine veganen Kinder die Schulspeisung vertragen.
Allen einen schönen 1. April! Evelin 😉

Nach jahrelangem Schulbesuch: die Orthographie sitzt.
Wenn ihr über Schule und Freilernen weiterlesen möchtet
Falls ihr nach dem 1. April wissen möchtet, wie wir abseits dieses Scherzes über Schule, Freilernen, Sozialisation und Fremdbetreuung geschrieben haben, findet ihr hier die Texte, an die dieser Beitrag anknüpft.
- Keine Anmeldung an der Grundschule
- Sozialisation ohne Kindergarten? OMG!
- Was ist Unschooling? Selbstbestimmtes Lernen verständlich erklärt
- Hilfe, mein Kind will in die Schule
- Fremdbetreuung der Kinder der Kindergärtnerin
FAQ: Schule, Freilernen und Kindergarten
Warum wollten wir unsere Tochter damals nicht an einer Grundschule anmelden?
Zu dieser Zeit planten wir, Deutschland abzumelden und zu reisen. Damit hing auch die Frage zusammen, wie wir mit Schulpflicht und Einschulung umgehen. Im Beitrag Keine Anmeldung an der Grundschule haben wir diesen Teil unserer Überlegungen ausführlicher festgehalten.
Was meinen wir mit Sozialisation ohne Kindergarten?
Für uns bedeutete das damals vor allem, dass soziale Begegnungen auch außerhalb einer Kita stattfinden. Wie unser Alltag aussah und warum wir den Kindergarten dafür nicht als Voraussetzung sahen, erzählen wir in Sozialisation ohne Kindergarten? OMG!.
Was meinen wir mit Freilernen oder Unschooling?
Der Begriff taucht hier nur am Rand auf. In Was ist Unschooling? Selbstbestimmtes Lernen verständlich erklärt beschreiben wir ausführlicher, was wir damit meinen.
Warum tauchen Kindergarten und Krippe im Aprilscherz auch noch auf?
Weil der Scherz an dieser Stelle immer weiterläuft: Wenn die Große zur Schule geht, möchte die Mittlere in den Kindergarten, und für den Kleinen wäre die Krippe praktisch. Wie wir zu dieser Zeit über Fremdbetreuung dachten, steht ausführlicher in Fremdbetreuung der Kinder der Kindergärtnerin.
Und wenn ein Kind wirklich in die Schule will?
Diese Frage hat uns später tatsächlich beschäftigt. In Hilfe, mein Kind will in die Schule erzählen wir, wie wir damit umgegangen sind.
Unsere Kinder werden doch zur Schule gehen von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.
April, April!
Mir ist schon die Luft weggeblieben beim Lesen!
Bloß gut, dass ich noch auf das Datum hingewiesen wurde.
Liebe Grüße aus Dresden
😀
Liebe Grüße