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Aktualisiert am 13. August 2026

Auch mit kleinem Budget kann man relativ sorglos in der Welt umherreisen. Für alle, die wie wir eine Weltreise ohne festen Wohnsitz planen und als „Digitale Nomaden“ von unterwegs aus ihr Geld verdienen wollen, haben wir in unserem Blog ein paar Tipps für den ortsunabhängigen Lifestyle, ohne hierbei viel ausgeben zu müssen.
Wenn ihr also ein kleines Einkommen oder wenig Erspartes habt, müsst ihr nicht aufs Reisen verzichten. Der Artikel wird für euch auch hilfreich sein, wenn ihr auswandern wollt oder auf der Suche nach einem Land seid, in dem man mit geringer Rente einen würdevollen Lebensabend verbringen kann.
Dieser Beitrag entstand im Frühjahr 2019, mitten in unserer Reiseplanung. Die Pläne und Erwartungen in den persönlichen Passagen stammen aus dieser Zeit. Bei Preisen und Plattformen findet ihr an den entscheidenden Stellen den Stand von August 2026.
Warum wir uns aus Deutschland abmelden, um auf Weltreise zu gehen
Unser Entschluss steht fest: Unsere Kinder dürfen frei lernen (und ja, mit dem letzten Blogpost schickten wir euch in den April ;-)). Da das Freilernen aufgrund der Schulpflicht hier nicht ohne Weiteres möglich ist, werden wir in wenigen Monaten den Wohnsitz in Deutschland aufgeben und als Familie um die Welt reisen.
Bald können wir am eigenen Leib erfahren, wie es ist, langfristig in anderen Ländern zu leben. Die Erde wird unser Zuhause. Und wir werden Weltbürger.
Zum praktischen Teil unserer damaligen Entscheidung passt unser Beitrag Wohnsitz abmelden: So geht’s. Viele Fragen, die uns vor der Abreise beschäftigten, haben wir außerdem in Fragen und Antworten zu unserer Langzeitreise gesammelt. Die Schulpflicht ist in Deutschland landesrechtlich geregelt; die Kultusministerkonferenz bündelt die aktuellen Schulgesetze der Länder.
Ohne viel Geld um die Welt
Und doch gibt es ein Problem: die Finanzen.
Da ich der Meinung bin, dass man Geld, das man nicht ausgibt, auch nicht verdienen muss, rückten die Kosten für unsere Weltreise in den vergangenen Tagen immer stärker in meinen Fokus. Für die Planung ist es sinnvoll, einen Blick auf die Lebenshaltungskosten im Ausland zu werfen. Ich stellte mir Fragen wie:
- Wohin kann man reisen und wo kann man gut leben, ohne nach kürzester Zeit pleite zu sein?
- Wo können wir zu fünft preiswert übernachten?
- Welche Länder bieten sich für einen längeren Aufenthalt an?
Wie es das Universum manchmal so will, kommen die richtigen Informationen genau zur richtigen Zeit. Ich stelle euch nun nützliche Tools in Form von Apps oder Websites vor, die uns wunderbare Dienste bei der Planung der Reise leisten.
Mit Numbeo die Lebenshaltungskosten vergleichen
Um die Kosten so gering wie möglich zu halten, lohnt sich ein Vergleich der Lebenshaltungskosten. In dieser Hinsicht hilft uns vor allem ein Blick auf das kostenlose Numbeo bei der Zusammenstellung unserer Weltreise.
Das Projekt lebt von seiner riesigen Community. Numbeo kombiniert heute Angaben von Nutzer:innen mit Preisen, die das Team aus anderen Quellen einträgt, und filtert die Daten anschließend. Für unsere Planung ist die Seite vor allem ein Kompass: Wir sehen schnell, wo sich ein genauerer Blick überhaupt lohnt.

Vergleich der Lebenshaltungskosten: Numbeo eröffnet uns preiswerte Reiseziele
Es bietet sich an, auf der Website vor allem die Preise für Lebensmittel, Unterkunft, Internet, Strom, Getränke usw. zu vergleichen: Wie hoch sind die Kosten des täglichen Lebens anderswo und was würden wir in Deutschland dafür ausgeben?
Ja, die Lebenshaltungskosten in Deutschland sind vergleichsweise hoch. Deswegen ist es auch nicht schwierig, bei Numbeo Länder zu finden, in denen wir selbst mit wenig Geld gut leben können.
Solche Vergleiche hängen allerdings von Stadt, Saison, Wechselkurs, Familiengröße und Lebensstil ab. Numbeo nennt in seiner Methodenbeschreibung selbst Wohnform, Essgewohnheiten und Mobilität als Gründe dafür, dass zwei Haushalte am selben Ort sehr verschieden viel ausgeben können. Für die grobe Richtung finde ich die Zahlen hilfreich. Danach beginnt unsere eigene Rechnung.
Wo man preiswert leben kann
Allein wenn ihr nur Europa und die EU betrachtet, seht ihr, dass es große Unterschiede im Preisniveau gibt. Beispielsweise könnt ihr in Polen oder Rumänien auch mit kleinerem Budget ein nettes Leben führen. In unserer damaligen Numbeo-Abfrage lag das Preisniveau dort für uns fast ein Drittel niedriger. Die Kosten in England und in Schweden waren denen in Deutschland wiederum recht ähnlich. Auch der Numbeo-Index für 2026 zeigt diesen Teil unserer damaligen Beobachtung noch: Deutschland, das Vereinigte Königreich und Schweden liegen dort dicht beieinander.

Ein riesiges Glas frisch gepresster Mangosaft für knapp 1 Euro in einer ägyptischen Saftbar
Weltweit betrachtet, sind die Unterschiede noch größer. Nehmen wir Ägypten als Beispiel. Hier könnt ihr es euch selbst mit wenig Geld noch richtig gutgehen lassen. Genauso wie in Indien, Bhutan (dem Land mit dem „Bruttonationalglück“) und Nepal. In unserer Recherche von 2019 lagen die Preise dort im Schnitt 70 bis 80 Prozent niedriger als in Deutschland.
Die 70 bis 80 Prozent gehören deshalb in das Jahr 2019. Für eine Reise heute würde ich zuerst auf die Stadt schauen, in der wir wirklich länger wohnen wollen – und dann auf Miete, Essen und Wege, die zu unserem Alltag passen.
Bei Numbeo könnt ihr euch nicht nur die Kosten für Mieten, Tomaten, Kartoffeln oder einen Besuch im Gasthaus anzeigen lassen. Ihr findet dort unter anderem auch Angaben zur Kriminalität, zur Gesundheitsversorgung und zur Umweltverschmutzung. So bekommt ihr einen guten Überblick über die allgemeine Lebensqualität in den Ländern und Städten dieser Welt.
Günstige oder kostenlose Unterkünfte finden
Wer bei einer Weltreise aufs Geld achten muss oder will, wird nur selten auf Hotels zurückgreifen. Auch wenn Anbieter wie Agoda oder Booking.com das eine oder andere günstige Angebot ausspucken, ist der Preis hierfür auf lange Sicht für uns zu hoch.
Auf der Suche nach günstigen Unterkünften wurden wir bei Airbnb fündig. Hier könnt ihr vor allem dann Schnäppchen machen, wenn ihr die Bleibe zum Beispiel für einen ganzen Monat buchen wollt. Wir planen, jeweils zwischen einem und drei Monaten an einem Ort zu verweilen. Da gibt es bei Airbnb oft großzügige Rabatte. Günstige Häuser oder Wohnungen für die Reise zu finden war nie einfacher!
Die Idee mit den langen Aufenthalten funktioniert bei Airbnb weiterhin: Ab 28 Nächten gelten Buchungen als Monatsaufenthalte, und Gastgeber:innen können dafür Wochen- oder Monatsrabatte anbieten. Ob daraus wirklich ein Schnäppchen wird, sehen wir erst beim Gesamtpreis.

Schnäppchen: Auf Airbnb gibt es teils kräftige Monatsrabatte
Als Couchsurfer könnt ihr bei Einheimischen übernachten und taucht dabei tief in die Kultur eines Landes ein. Couchsurfing selbst bewirbt die Übernachtung bei Hosts weiterhin als kostenlos. Für die Nutzung des Dienstes verlangt die Plattform inzwischen allerdings einen Mitgliedsbeitrag.
Auch mit Freunden und Verwandten im Ausland kann man theoretisch sogar völlig ohne Geld auf Weltreise gehen. Für uns gehört dazu, dass wir uns für die Logis erkenntlich zeigen.
Lena Marie von family4travel schreibt als Mutter einer vierköpfigen Familie in ihrem Blogpost „Couchsurfing mit Kindern: So klappt der ‚Gratis-Urlaub‘ für Familien“, wie ihre Familie solche Aufenthalte ausgleicht. Bei längeren Besuchen füllen sie zum Beispiel den Kühlschrank wieder auf, übernehmen bei einem gemeinsamen Ausflug etwas oder kochen mit den Gastgeber:innen. Das gefällt mir deutlich besser als die Vorstellung, Gastfreundschaft einfach als kostenlose Hotelalternative abzuhaken.
Wie soll man eine Weltreise bezahlen?
Es ist sinnvoll, einige Ersparnisse zu haben, wenn auch nur für den Notfall. Idealerweise fließt während der Reise weiterhin Geld zu, damit wir unseren Lifestyle als „Perpetual Traveller“ finanzieren können. Zum Glück gibt es fast überall günstiges und schnelles Internet. Das macht es uns leicht, von unterwegs aus zu arbeiten.
Einer Weltreise als Familie mit drei Kindern steht somit nichts im Wege.
Wie wir uns das ortsunabhängige Arbeiten damals aufgebaut haben, steht in Ortsunabhängig arbeiten und Geld verdienen: unser Online-Business. Unsere Reiseplanung zu Internet, SIM-Karten und Alltag findet ihr außerdem in den Fragen und Antworten zu unserer Langzeitreise.
Lesenswerte Blogposts zum Thema
Luisa Rische nahm euch in ihrem Blog „Mein Fahrrad, die Welt und ich“ mit auf eine Fahrradreise um die Welt. Ihr damals von uns erwähnter Artikel zur Finanzierung ihrer Weltreise ist heute nicht mehr online.

Selbstversorgung auf Fuerteventura: der Kellner serviert das Gericht
Eine weitere Chance auf preiswerte Übernachtungen bietet „Housesitting“. Dabei übernehmen Reisende für eine vereinbarte Zeit Aufgaben im Haus. Die dort lebenden Tiere verbringen diese Zeit mit den Housesitter:innen, die ihre vereinbarte Versorgung übernehmen. Florian teilt seine Erfahrungen mit dem Housesitting in seinem Reiseblog flocutus. Er weist dabei auch auf mögliche Mitgliedsgebühren der Vermittlungsportale und die geringere Flexibilität hin.
Und Sebastian Canaves schreibt bei „Off The Path“ über Work and Travel. Dabei wird ein Teil der Reise durch Arbeit vor Ort finanziert.
Fazit
Wie ihr seht, kann man mit ein paar Tools und einer guten Planung „billig reisen“ und die monatlichen Kosten gering halten. Es lohnt sich, die Lebenshaltungskosten bei Numbeo und die Kosten für die Unterkünfte bei Airbnb zu vergleichen, denn man kann hier einiges sparen und auch mit wenig Geld auskommen – vor allem, wenn man es nicht eilig hat. „Slow Travel“ ist das Zauberwort.
Zu einigen Themen, die uns damals noch bevorstanden, gibt es inzwischen eigene Beiträge: unsere Erfahrungen und Hinweise zur Langzeit-Auslandskrankenversicherung, Worldschooling und Freilernen auf Reisen und die Wohnsitzabmeldung.
Habt ihr Erfahrungen zum kostengünstigen Dauerreisen gesammelt, Geheimtipps für uns und unsere Leser:innen oder möchtet einfach eure Meinung kundtun? Der Kommentarbereich freut sich über Futter.
Häufige Fragen zum günstigen Reisen auf Weltreise
Kann man mit wenig Geld wirklich langfristig reisen?
Für unsere Planung waren die laufenden Kosten wichtiger als ein einzelner günstiger Flug. Wenn wir länger an einem Ort wohnen, können Monatsmieten, Selbstversorgung und weniger Ortswechsel das Budget entlasten. Wie weit das Geld reicht, hängt trotzdem stark von Reiseziel, Familiengröße und Lebensstil ab.
Welche Länder sind für eine Weltreise mit kleinem Budget interessant?
Unsere Liste von 2019 enthielt unter anderem Polen, Rumänien, Ägypten, Indien, Bhutan und Nepal. Als Startpunkt taugt sie für uns noch immer. Vor einer Reise würden wir die Preise für die jeweilige Stadt und den geplanten Zeitraum neu vergleichen, weil ein alter Länderwert wenig über die Miete in genau dem Viertel sagt, in dem wir am Ende wohnen.
Wie zuverlässig ist Numbeo für die Reiseplanung?
Für einen ersten Vergleich finde ich Numbeo sehr praktisch. Die Plattform sammelt Nutzerangaben und ergänzt sie nach eigener Methodenbeschreibung um manuell erhobene Daten. Für unsere Entscheidung würde ich danach immer noch die tatsächlichen Unterkunftspreise, Lebensmittelkosten und Wege am Zielort ansehen.
Wie finden wir günstige Unterkünfte für längere Aufenthalte?
Für uns beginnt die Suche mit dem Zeitraum. Ab 28 Nächten können bei Airbnb Monatsrabatte auftauchen. Dazu kommen Booking.com, Agoda, Housesitting, Freund:innen und Verwandte oder Gastfreundschaftsnetzwerke. Am Ende vergleichen wir, was der gesamte Aufenthalt für unsere Reisedaten kostet.
Ist Couchsurfing mit Kindern eine realistische Möglichkeit?
Dass Couchsurfing mit Kindern funktionieren kann, zeigt der Erfahrungsbericht von family4travel. Für mich wären dabei vor allem das Profil der Gastgeber:innen, genügend Platz, klare Absprachen und ein gutes Gefühl auf beiden Seiten wichtig. Die Übernachtung selbst wird bei Couchsurfing weiterhin ohne Bezahlung an die Hosts vermittelt; für den Plattformzugang gibt es inzwischen Mitgliedsbeiträge.
Wie kann man eine Weltreise finanzieren?
Unser Ansatz war eine Mischung aus Rücklagen, niedrigen laufenden Kosten und Einkommen, das unterwegs weiterfließt. Genau deshalb war das ortsunabhängige Arbeiten für uns so wichtig. Geld, das wir nicht ausgeben, müssen wir eben auch nicht verdienen.
Was spart auf einer langen Reise besonders viel Geld?
Für uns lautet die Antwort: Zeit. Mit längeren Aufenthalten können Monatsmieten interessant werden, wir wechseln seltener den Ort und müssen nicht jede Woche neu buchen. Genau deshalb passt „Slow Travel“ so gut zu unserer Art, mit wenig Geld lange unterwegs zu sein.
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Alles Liebe
Euer Patrick
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Mich habt ihr gekriegt – Ich bin auf euren Blogpost gestern total drauf reingefallen!
War total verwundert und irritiert drüber..mir ist aber erst viel später eingefallen, dass es sich auch um einen Aprilscherz handeln könnte 😀
Ihr macht euren Weg! Alles Gute!
Liebe Grüße!
Vielen Dank für die tollen Tipps! Ich bin begeistert. 🙂
Ich werde im Herbst auf eine längere Reise gehen und beschäftige mich deswegen in letzter Zeit mit der Finanzierung, Versicherungen,usw.
Auf deinen nächsten Beitrag über die Auslandskrankenversicherung freue ich mich schon. Ich werde auf jeden Fall eine abschließen.
Alles Liebe,
Nicole
Liebe Nicole,
vielen Dank für Deinen Kommentar! 🙂
Viele Grüße
Evelin