Lesezeit: 6 Minuten

Grundpfeiler unserer Ernährung: Gras und Pfützendreck ;-)

Aktualisiert am 08.08.2026

Es kommt vereinzelt vor, dass wir an Blogparaden (Urlaub mit Baby: ein Schritt zur Bewusstwerdung und Liebster Award: ausgezeichnete Auszeichnung) teilnehmen, die bisher nichts mit Ernährung zu tun hatten.

Verena von „YoungMomBlogging –> Cooking“ verschafft uns in ihrer (Blogbeitrag nicht mehr vorhanden) eine willkommene Gelegenheit, zum Thema „Ernährung in unserer Familie“ Stellung zu beziehen. Wir danken ihr dafür! 🙂

Mit dem Beitrag wollen wir nicht alle Einzelheiten unserer Ernährung beleuchten, sondern einen kurzen Überblick darüber geben, was bei uns auf den Tellern landet. Gras und Pfützendreck sind es nicht. 😉

1. Die grundsätzliche Ernährungsweise

Wir leben vegan. Dementsprechend finden Lebensmittel ohne Zutaten tierischen Ursprungs den Weg in unsre Mägen. Für uns steht dahinter die Perspektive der Tiere: Wir wollen ihre Ausbeutung und Tötung für unsere Ernährung vermeiden.

Zur Frage „Veganer? Was kannst Du denn dann noch essen?“ erstellten wir jüngst ein Video.

Bei Kindern und Jugendlichen wird die Sache ernährungsmedizinisch anspruchsvoller. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) spricht wegen der weiterhin eingeschränkten Datenlage weder eine Empfehlung für noch gegen eine vegane Ernährung aus. Bei veganer Ernährung in diesen Altersgruppen rät sie dringend zu qualifizierter Ernährungsberatung. Für eine ausreichende Vitamin-B12-Versorgung ist laut DGE die regelmäßige Einnahme eines Vitamin-B12-Präparats nötig. DGE: Neubewertung der Position zu veganer Ernährung

Ausführlicher haben wir uns mit Vitamin B12 bei veganer Ernährung beschäftigt.

2. Lebensmittel, die bei jedem Einkauf ins Körbchen wandern

In der Regel erstehen wir „Grünfutter“ wie Mohrrüben, Brokkoli, Salat, Kohl, Gurken, Paprika, Orangen, Bananen, Tomaten und Oliven. Ein Speiseöl (wie kaltgepresstes Leinöl, Walnussöl oder Olivenöl) und Datteln finden ebenso Platz.

3. Worauf achten wir beim Lebensmittelkauf?

Mir ist eine saisonale und regionale Lebensmittelauswahl wichtig. Biologisch angebautes Obst und Gemüse, das fair gehandelt und nicht in Plastik eingepackt ist, ziehen wir anderen Waren vor.

4. Bioladen? Supermarkt? – Unsere Nahrungsquellen

Im Frühling bis Herbst sind wir nur im Ausnahmefall von Hinzugekauftem abhängig, da wir uns mit Obst und Gemüse selbstversorgen und an dem laben, was die Natur uns bietet. Wasser füllen wir uns an einer sauberen Quelle ab.

Doch wie sieht es jenseits der Eigenversorgung aus? Nach Möglichkeit erwerbe ich die Viktualien beim Gärtner auf dem örtlichen Marktplatz, was den zuvor genannten Ansprüchen gerecht wird.

Im Winter drückt er sich unerfreulicherweise vor seinem Versorgungsauftrag, weshalb wir in der kalten Jahreszeit ab und zu einen Supermarkt oder, was meinem umweltbewussten Gewissen eher schmeichelt, einen Bioladen aufsuchen. Zumal Frau und Kinder nicht auf fremdländische Früchte verzichten wollen. Rosenkohl, Pilze und Kartoffeln sind nicht jedermanns Geschmack.

Teilweise ist es schwierig, unverpacktes Gemüse zu bekommen. Wir erlösen die Köstlichkeiten bereits im Lebensmittelladen von ihrer Umverpackung. Wenn jeder diesem Beispiel folgte, kämen die Geschäfte aufgrund der sich auftürmenden Entsorgungskosten nicht umhin, sich Alternativen zu überlegen.

Wir haben das Glück, dass wir ab und zu nicht mehr verkaufbare Lebensmittel vom Ende der Verwertungskette erhalten, wodurch der größte Teil an Verpackungsmüll im Haushalt anfällt – Stichwort: Foodsharing. Wobei wir zur Verteidigung sagen, dass betreffendes Essen im Müll landen würde statt in unseren begierigen Mäulern.

5. Auf welche Inhaltsstoffe wir achten

Unter Unverträglichkeiten und Allergien leidet niemand von uns. Ungeachtet dessen merken wir, dass verschiedene Inhaltsstoffe nicht zu unterschätzende Auswirkungen auf unser Wohlbefinden haben. Glutenreiche Lebensmittel verursachen zum Beispiel Abgeschlagenheit, Müdigkeit, erhöhte Reizbarkeit und Bauchweh – vor allem, wenn wir die Bissen nicht ordentlich kauen. Wir beschreiben damit unsere eigene Wahrnehmung; die Ursache bleibt offen. Zucker und Kakao führen indes zu aufgedrehten Kindern und schlafarmen Nächten. Auch dieser Satz beschreibt unsere Familienbeobachtung.

Weiterhin vermeiden wir chemische Zusätze. Die Natürlichkeit unserer Ernährung steht für uns im Vordergrund. Ist für ein Nahrungsmittel eine „Lebensmittelindustrie“ nötig? Oder genügen eine reichhaltige Erde, reines Wasser und Sonnenlicht, um es wachsen zu lassen sowie unsere Hände, Kochutensilien und Phantasie, um daraus zu formen, was wir essen wollen?

6. Gibt es eine Speise, die in der Woche fix auf unserem Speiseplan steht?

Nein. Wir richten nach Lust und Laune unsere Salate, Suppen, Pizzen, Pilzpfannen, Gemüsegerichte, Obstteller usw. an.

7. Was essen wir zum Frühstück und zum Abendessen?

Die Frage kann ich zu meinem Bedauern genauso inkonsistent beantworten wie die zuvor.

Die Palette reicht von Haferflocken mit zerdrückter Banane oder klassischem Müsli in Pflanzenmilch, über aufgeschnittenes Gemüse, zu dem z.B. frisches Bäckerbrot, selbstgebackene Brötchen, glutenfreies Buchweizenbrot, Knäckebrot oder Maiswaffeln zusammen mit einem vollwertigen Speiseöl gereicht wird, bis hin zu Smoothies oder Salat mit Wildkräutern.

Zum Abendbrot gibt es oft das „Hauptgericht des Tages“, denn Mittagessen und Abendessen fallen in der Regel auf die gleiche Mahlzeit. Zwischen Frühstück und Abendbrot stehen jederzeit Obst, Nüsse und andere Leckereien parat.

8. Wie hat sich unsere Ernährung seit unseren Kindern verändert?

Ich mutmaße, dass meine Ernährung ohne unsere Kinder weitaus „gesünder“ wäre. 🙂 Zwar achten wir mehr auf die Inhaltsstoffe und ihre Wirkung auf den Menschen, dessen ungeachtet wünschen sich die Kinder in regelmäßigen Abständen Brot, Nudeln, Pizza oder Kuchen.

Häufige Fragen zu unserer veganen Familienernährung

Welche Nährstoffe brauchen bei veganer Ernährung besondere Aufmerksamkeit?

Die DGE nennt Vitamin B12 und Jod als besonders wichtige Punkte. Zu den weiteren potenziell kritischen Nährstoffen zählt sie Protein beziehungsweise unentbehrliche Aminosäuren, langkettige Omega-3-Fettsäuren, Riboflavin, Vitamin D, Calcium, Eisen, Zink und Selen; Vitamin A führt sie als möglichen weiteren kritischen Nährstoff auf. Für Kinder und Jugendliche nennt die DGE bei den langkettigen Omega-3-Fettsäuren ausdrücklich EPA und DHA. DGE: Fragen und Antworten zur veganen Ernährung

Macht Zucker Kinder hyperaktiv?

Eine Meta-Analyse kontrollierter Studien fand keinen messbaren Gesamteffekt von Zucker auf Verhalten oder kognitive Leistung von Kindern; kleine Effekte oder Besonderheiten einzelner Kinder konnten die Autor:innen nicht ausschließen. Eine spätere Meta-Analyse beobachtete einen Zusammenhang zwischen Zucker beziehungsweise zuckergesüßten Getränken und ADHS-Symptomen, betonte zugleich die Unterschiede zwischen den eingeschlossenen Studien und mögliche Störfaktoren. Unser Satz weiter oben bezieht sich deshalb auf unsere Familie. Wolraich et al. (1995) | Farsad-Naeimi et al. (2020)

Habt ihr einen festen Wochenplan?

Nein. Wir richten nach Lust und Laune an, was gerade da ist und worauf wir Appetit haben. Salate, Suppen, Pizzen, Pilzpfannen, Gemüsegerichte und Obstteller wechseln sich entsprechend ab.

Buchtipp

Rohköstliches – gesund durchs Leben mit veganer Rohkost und Wildpflanzen*

* Affiliate-Link: Wenn ihr darüber kauft, erhalten wir eine Provision. Für euch ändert sich der Preis dadurch nicht.

Noch Fragen?

Wenn euch spezielle Aspekte unserer Ernährung und unseres Konsumverhaltens interessieren, Fragen aufgeworfen wurden oder ihr Anregungen für uns habt, freuen wir uns über eure Gedanken. 🙂

CC BY-SA 4.0 Du bist, was Du (nicht) isst! – Acht Aspekte unserer Ernährung von FreeYourFamily ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.